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Das erste Weihnachten bei der Familie nach dem Unf

Susanna hatte sich vor Weihnachten gefürchtet… nichts als Abneigung hatte sie verspürt, seit sie vor sechs Wochen aus dem Krankenhaus entlassen worden war, und sie hatte sich daran erinnert, dass es Mitte August gewesen war, als sie die Kurve zu schnell genommen hatte. Nun war es tiefster Winter, was bedeutete, dass die gewohnte Familienzusammen-kunft nahe war. Früher hatte sie sich darauf gefreut, auf die dazugehörigen Partys, Spiele und das allgemeine ausgelassene Benehmen.
Von nun an, dachte sie, würde es nie mehr dasselbe sein, wie auch vieles andere, ausgestattet wie sie war mit einem Paar Krücken an Stelle ihres linken Beines, das nun irgendwie abrupt 15 Zentimeter unterhalb ihrer Hüfte endete.

Die Reaktion ihres Freundes, Alan, als er von ihrer Verletzung erfuhr, hatte auch nicht geholfen, dachte sie, als sie auf dem Weg zu Großvaters Haus im Wagen ihrer Eltern saß. Nicht, dass er nicht lieb gewesen wäre, nein. Wenn überhaupt, dann war er eher zu fürsorglich. Er behandelte sie, als würde sie in der nächsten Minute sterben, was ihr nur noch bewusster machte, dass sie nur noch ein Bein hatte.
Was sie jedoch am meisten fürchtete, war der Empfang, den ihr ihre Familie bereiten wird.

Natürlich hatten sich ihre engeren Verwandten daran gewöhnt, sie auf ihren Krücken durch das Haus schwingen zu sehen, und meistens beachteten sie es kaum, aber die entfernteren Mitglieder des Clans hatten es nicht.
Sie wappnete sich, als das Auto vor dem großen Haus vorfuhr. So geschickt wie möglich manövrierte sie ihre Krücken aus dem Auto, zog sich an ihnen hoch und schwang dann durch die vertrauten Türen. Einem ersten Gefühl folgend wollte sie sich in ihrem angestammten Schlafzimmer verkriechen, aber sie hielt inne, als sie erkannte, dass das seine eigenen Fallstricke hatte.

Der Grund für ihre Verwirrung befand sich am unteren Ende der Treppe: ihr Großvater fand sie zu steil für sein Alter und hatte einen Treppenlift installieren lassen. Sollte sie es versuchen und so tun, als brauche sie ihn nicht, so wie früher, wobei sie zugeben musste, dass das nicht der Fall war, oder konnte sie sich selbst ihre Schwäche eingestehen und ihn benutzen?
Ihre Mutter jedoch traf die Entscheidung für sie und führte sie zu dem Lift.

Den Weg des geringsten Widerstandes nehmend setzte sie sich, nahm ihre Krücken an die Schulter und ließ die Maschine langsam zum obersten Treppenabsatz hinaufkriechen.
Sobald sie auf der oberen Etage war, stand sie auf und folgte ihrem Vater, der das Gepäck trug, in ihr Zimmer. Sobald er gegangen war, lehnte sie die Krücken an die Wand und warf sich dankbar auf das Bett.
Da auch im Hause ihres Großvater das Fehlen eines Beines keine Entschuldigung dafür war, dass man nicht sowohl gewaschen als auch pünktlich zu den Mahlzeiten erschien, setzte sie sich bald darauf auf und begann sich fertig zu machen.

Während sie das Make-up auflegte, wurde sie plötzlich gewahr, dass ihre jüngste Cousine, Lucinda, die fünf war, leise die Tür geöffnet hatte und um die Ecke blinzelte.
Lucinda sah sie geradeheraus an, als sie sich umwandte, und ohne sich Zeit für gesellschaftliches Geplauder zu nehmen, sagte sie: „Warum hast du nur ein Bein, Susie?“
Susanna lächelte fast… nun, da war ein Mensch, der nicht wegen dem Thema verlegen zu sein schien!
„Wenn du hereinkommst, Lucinda, komm rein, aber mach die Tür zu!“ erwiderte sie.

Das Kind entschied sich zu bleiben und schloss die Tür, stand dann mit dem Rücken zu ihr und sah ihre Cousine an.
Der offensichtlich ständigen Wiederholung der Frage zuvorkommend sagte Susanna: „Ich musste es mir amputieren lassen. „
„Was ist ampupieren?“
„Am-pu-tie-ren. Es bedeutet abschneiden. „
„Warum?“
„Weil ich einen Auto-Unfall hatte…stellt dich das zufrieden?“
Scheinbar wollte Lucinda mehr über diese interessanterweise andersgebaute Cousine wissen, weil sie fuhr fort: „Hast du einen Rollstuhl wie Opa?“
„Nein, habe ich nicht.


„Aber wenn du nur ein Bein hast, kannst du nicht laufen“, verkündete sie mit großer Ernsthaftigkeit,
„Nein, aber ich habe Krücken, die mir dabei helfen, verstehst du?“
Lucinda „änderte ihre Richtung: „Wenn ich mir mein Bein ampupieren lasse, dann könnte ich auch Krücken benutzen!“
„Oh, sei nicht dumm. Es ist schrecklich, nur ein Bein zu haben. Nun lauf los und lass mich fertig machen. „
Sie legte letzte Hand an ihr Gesicht und ergriff dann die Krücken.

Sie war immer stolz auf ihr Aussehen gewesen und hatte es dazu benutzt, sich eine recht erfolgreiche Karriere als Model aufzubauen. Aber nun, als sie einen letzten Blick in den Spiegel warf, schien ihr die klaffende Lücke, wo sich einst ihr linkes Bein befunden hatte, so schrecklich endgültig zu sein, was sie ja auch war.
In diesem Moment ertönte der große chinesische Gong in der Halle und ihre Mutter kam herein, sie sanft bemutternd.

Widerstrebend begab sich Susanna zur Treppe, um erneut auf das Problem mit dem Lift zu treffen.
Schließlich betrat sie den riesigen Speise-Saal und begab sich so unauffällig wie möglich zu ihrem Stuhl. Als sie sich neben einen ihrer Cousins zweiten Grades setzte, fragte sie sich plötzlich, was sie mit ihren Krücken machen sollte. Zu Hause war sie es gewohnt, sie an die Wand hinter sich zu stellen, aber hier war die nächste Wand gut drei Meter entfernt.

Sie hatte Martin schon immer gemocht, obwohl sie sich selten sahen, und war froh, als er ihr das Problem abnahm.
„Gib sie mir“, sagte er, „ich werde mich um sie kümmern. „
Fast als habe er das schon immer getan, stellte er sie sorgfältig in eine nahe Ecke, wo sie aus dem Weg waren, und kehrte zu seinem Stuhl zurück.
Ihr Gefühl der Dankbarkeit gegenüber Martin nahm während des Essens zu, denn er hielt die Unterhaltung in Schwung, ohne scheinbar bemüht zu sein, alles zu umgehen, was möglicherweise das Gespräch auf Susannas Einbeinigkeit bringen könnte.

Nach dem Abendessen brachte er ihr ohne Aufforderung ihre Krücken und begleitete sie in das andere Zimmer. Während sie dasaß und mit Martin Kaffee trank, dachte sie, dass abgesehen von Lucinda niemand ihr verlorenes Bein erwähnt hatte, und sie wurde ein wenig ruhiger.
Gegen Ende des dritten Tages waren ihre Sorgen fast verschwunden, denn abgesehen von den kleinen Kindern, die sie scheinbar faszinierend fanden, behandelte sie der Rest der
Familie wie zuvor.

Außer Martin, der fast ständig an ihrer Seite war. Irgendwie fand sie diese unausgesprochene Hilfestellung im Gegensatz zu Alans ständigem Getue beruhigend.
Das Weihnachtsdinner war so ausgedehnt gewesen wie immer – Susanna war der Sache entschieden überdrüssig gewesen, als Martin ihre Krücken von dem nun angestammten Abstellplatz geholt hatte und sie hatte seinen Vorschlag willkommen geheißen, eine Rundfahrt mit dem Auto zu machen. Er besaß einen kleinen Sportwagen, der so tief über dem Boden lag, dass Susanna mit großen Schwierigkeiten beim Einsteigen rechnete, aber Martin schaffte es irgendwie, dass es ganz einfach und normal wirkte.

Nachdem sie es sich bequem gemacht hatte, verstaute er ihre Krücken zwischen dem Sitz und der BeifahrerTür.
Als der kleine Wagen über die ländlichen Straßen brauste, fühlte sich Susanna zum ersten Mal seit dem Tag, an dem sie sich ihrer Einbeinigkeit voll bewusst geworden war, wirklich glücklich. Sie genoss es, endlich allein mit Martin zu sein. Vielleicht konnte er darüber hinwegsehen, dass sie ein Krüppel war? …und wenn er das konnte, möglicherweise konnten das dann auch andere!
Die offene, weite Fläche des Aussichtspunkts tauchte vor ihnen auf, und Martin ergriff die Chance, eine Rast einzulegen.

Er stellte den Motor ab und half ihr beim Aussteigen. Langsam ging er neben ihr her, die Hände in seinen Taschen, während sie zu der Mauer mit dem Münzfernrohr hinüberschwang.
„Möchtest du hindurchsehen?“ fragte er.
Susanna wurde starr, als er ihre Beschäftigung mit dem Fernrohr ausnutzte, um seine Arme um ihre Taille zu schlingen, aber sie bewegte sich nicht. Als die Münze durchfiel und die Blende den Durchblick beendete, drehte sie sich ein wenig, und er ließ sie los, worauf sie sich wünschte, sie könnte weiterhin seinen vertrauenerweckenden Griff spüren.

Martin kramte eine weitere Münze hervor und sah nun selbst durch das Fernrohr. Susanna holte ihre Krücken unter den Armen hervor, lehnte sie an die Mauer, drehte sich um und lehnte sich neben sie. Nach einer Weile klickte die Blende erneut hinunter.
Martin verließ das Fernrohr und setzte sich neben sie auf die Mauer. Diesmal begrüßte sie die Berührung seines Arms, als er ihn um ihre Schulter legte, und sie lehnte sich zu ihm hinüber.

Für einige Momente sagte er nichts, und dann, sich ein wenig hinunter beugend, sagte er leise: „Willst du mich heiraten, Susanna?“ Susanna begann zu sprechen, schluckte zweimal, stieß einen mächtigen Seufzer hervor und brach prompt in Tränen aus. Blind griff sie nach ihren Krücken, im Kopf nur den Gedanken an Flucht, aber Martins Arme hielten sie wie ein Schraubstock. Nach einem Moment kapitulierte sie, denn sie wollte nicht wirklich gehen, und sie vergrub ihren Kopf in seiner Schulter.

Martin wusste, dass sie ihre Gefühle loswerden musste, auch auf Kosten seines neuen Jackett, dass von ihren Tränen ruiniert werden würde, und er streichelte ihr Haar, während er darauf wartete, dass das Geheule vorbeiging. Schließlich sah sie auf, schniefte leicht, weshalb er ihr ein Taschentuch gab. Vor kurzem hatte er einiges Geld für Papiertaschen-tücher ausgegeben, da er normalerweise nie daran dachte, auch nur eines bei sich zu haben. Aber diesmal hatte er mit der Überschwemmung gerechnet, und er war übermäßig stolz darauf, gleich mit drei Päckchen ausgerüstet zu sein!
Schließlich war Susanna in der Lage zu sprechen und sprach den Gedanken aus, der übermächtig in ihrem Kopf war.

„Aber Martin, ich habe nur ein Bein!“
„Ich weiß, und daher auch mein Entschluss“, erwiderte er.
Susannas sofortige Reaktion war Ungläubigkeit, und bevor sie den Mund öffnen konnte, um zu fragen, wie er das meinte, fuhr er fort: „Ich habe dich immer gemocht, aber als ich dich am
ersten Abend auf deinen Krücken zum Dinner erscheinen sah wusste ich, dass du das Mädchen für mich warst. „
Martin hatte nie zuvor ihre Krücken beim Namen genannt.

Er bezeichnete sie immer als „diese“, und Susanna bemerkte die Veränderung.
Er fuhr fort: „Ich weiß, dass du denkst, ich könnte doch nicht eine einbeinige Ehefrau wollen, aber ich frage dich erneut, willst du mich heiraten?“
Die Erinnerung an seine sanfte, vertrauenerweckende Gegenwart während der letzten drei Tage ging ihr durch den Kopf, und aufgrund dessen fällte sie ihre Entscheidung. „Oh ja, Martin, ich will!“
„Gut!“ war alles was er sagte, und er küsste sie.

Nach einer Weile wandte sie sich ab. Ihr Herz pochte. „Ich muss mich setzen,“ sagte sie atemlos. Mit einer leichten Bewegung hob sie Martin neben sich auf die Mauer.
Martin hielt sie fest, und ihren Kopf rückwärts gegen seine Schultern lehnend betrachtete sie die Sonne, wie sie hinter den Bäumen hinab sank. Als sie verschwunden war, setzte er sie sanft auf und sprang von der Mauer.
„Wir gehen besser zurück, bevor es kalt wird.


Später an diesem Abend hörte Susanna, wie ihre SchlafzimmerTür geöffnet wurde, und alarmiert setzte sie sich auf.
„Psssst…“, flüsterte jemand, „ich bin es!“
„Sehr hilfreich“, erwiderte sie. „Irgendwelche anderen Hinweise?“
Martins leises Kichern bestätigte ihren Verdacht und ließ sie vor Aufregung erbeben. Er schlüpfte durch die Tür und setzte sich neben sie auf das Bett. Susanna war dankbar für die Dunkelheit, denn so konnte er nicht die Röte sehen, die ihr ins Gesicht geschossen war.

Wenn er mit ihr schlafen wollte, was sie inständig hoffte, wie wird er dann auf ihren Beinstumpf reagieren? Sie wusste, sie würde zusammenbrechen, wenn er ihn störte.
Seine Stimme war sehr sanft, als er einige Augenblicke später sagte: „Soll ich bleiben?“
„Wenn du willst“, erwiderte sie und rückte im Bett zur Seite. Er glitt unter die Bettdecke und legte sich neben sie. Er schlang den Arm um ihre Schulter und zog sie an sich.

Sein anderer Arm berührte ihre Brust und tastete nach der Brustwarze.
„Du hast liebliche Brüste“, bemerkte er. „Schön und fest. „
Sie küsste ihn leidenschaftlich, erregt von seiner Berührung. Ihre Brustwarzen stellten sich vor Aufregung auf, als sie sich an ihn schmiegte. Seine Hand streichelte ihre Seite, liebkosten die Kurven ihrer Taille und Hüften und sie rollte sich halb auf ihren Rücken. „Oh, Martin, schlaf mit mir“, hauchte sie, „komm in mich und liebe mich.


Anschließend, als sie einander in den Armen lagen, fragte sie: „Ist etwas anderes, mit einem einbeinigen Mädchen zu schlafen?“
„Oh, viel schöner!“
„Schöner?“ fragte sie überrascht.
„Viel, viel schöner“, behauptete er abermals.
„Macht es dich an?“
„Natürlich,“ erwiderte er, „hast du es nicht vermutet?“
„Ich hatte keine Ahnung! Du meinst, dass du mich heiraten willst, weil ich verkrüppelt bin?“
„Nein…nicht im Mindesten“, sagte er langsam und wählte seine Erwiderung mit Bedacht: „Ich möchte dich heiraten, weil ich dich liebe, dich mag und mit dir zusammensein möchte.

Ich möchte dein bestmöglicher Freund sein. „
„Aber es gibt da eine Menge Dinge, die du glaube ich nicht bedacht hast. Ich meine… ich bin behindert, um es platt zu sagen. Ich habe Probleme mit der Fortbewegung, und es gibt einige Dinge, die ziemlich schwierig für mich sind. Nicht, dass ich mich beklage…, dazu gibt es keinen Anlass, und außerdem, die Dinge, die ich meine, klingen recht simpel, um ehrlich zu sein. „
„Zum Beispiel?“
„Es sind blöde kleine Sachen… Ich habe mich ziemlich daran gewöhnt, Krücken zu benutzen, aber ich finde es schwerer, mit einem Tablett – oder bloß einer Tasse Kaffee – von der Küche ins Wohnzimmer zu gelangen, als, ohne etwas zu tragen, einen Zehn-Kilometer-Marsch zu machen.


„Das kann ich mir vorstellen… Ich weiß, ich brauche es mir nur vorzustellen, während du damit leben musst, aber zusammen können wir sicherlich damit klarkommen. Und das ist eine andere Art dir zu sagen, warum ich dich heiraten möchte. „
„Aber ich möchte deshalb nicht verhätschelt werden!“ sagte sie warnend, wobei sie sich daran erinnerte, wie Alan sie behandelt hatte. „Ich weiß, ich habe nur ein Bein, aber davon abgesehen, bin ich genauso gesund wie jeder andere.


„Ich möchte dich nicht verhätscheln… Ich weiß, dass du absolut fit bist. Das haben wir gerade bewiesen! Ich möchte dir nur eine Hilfe sein, wenn ich das kann und bei dir bin. Und ich würde genau das Gleiche sagen, wenn du zwei Beine hättest. Und, nun, ich liebe dich außerdem ein bisschen“, neckte er sie und brach damit die Anspannung.
Susanna musste ungewollt lachen und hämmerte ihre Faust gegen seinen Brustkorb.
„Ich finde, du siehst viel sexier mit nur einem Bein aus, wirklich.


„Wie um alles in der Welt kann eine Frau mit einem Bein sexy sein?“
„Wenn das fragliche Bein so schön ist wie deines, ist das sehr leicht, denke ich! Ein einzelnes Bein wirkt irgendwie viel ‚langbeiniger‘, wenn du weißt, was ich meine. „
„Was wäre, wenn ich ein künstliches Bein bekäme?“
„Mir wäre lieber, wenn du bei deinen Krücken bleiben würdest. „
„Aber was ist der Unterschied? Ich habe auch dann nur ein Bein und das ist, wie du sagst, dass was du magst.


„Da liegen Welten zwischen, in meinen Augen. Verstehst du, wenn du ein künstliches Bein tragen würdest, sähest du aus wie jede andere schöne junge Frau, außer vielleicht einem leichten Hinken. „
„Ja“, erwiderte sie zweifelnd, „aber wenn ich Krücken benutze, ist meine fehlendes Bein so offensichtlich. Ist es das, was du willst?“
„Je einbeiniger du aussiehst, umso mehr macht es mich an!“
„Oh, komm!“ rief sie aus. „Entweder bin ich einbeinig oder nicht.

Es gibt doch keine Abstufungen bei der Einbeinigkeit. „
„Soweit es mich betrifft schon. „
Susanna verstand das nicht, und in gewisser Weise verwirrten sie seine Geständnisse. Einerseits musste sie zugeben, dass sie ein Krüppel war, und als solcher spürte sie, dass sie weniger begehrenswert sein musste als vor ihrem Beinverlust, aber da war nun Martin, der sagte, dass er ihre Gehbehinderung erregend fand. Es stimmte, sein Liebesspiel war sowohl
befriedigend als auch echt gewesen, was bedeutete, dass er meinte, was er sagte, und nun, wo die Neugierde geweckt war, wollte sie mehr.

Immerhin, wenn er sie mit einem Bein attraktiver fand, wäre es nur vernünftig herauszufinden warum, damit sie ihm Freude bereiten und sich gleichzeitig selbst daran erfreuen konnte.
„Sag mir, was dir an meiner Einbeinigkeit gefällt. „
„Lass mich nachdenken… oh, es gibt da so vieles, wie die Leere deines Rocks auf der einen Seite, und die Art und Weise, wie er fällt, wenn du dich hinsetzt, oder wenn er im Wind weht. Dann ist da der Kontrast zwischen den Kurven deines Beins und der irgendwie harten Steifheit deiner Krücken, wenn du dich bewegst.

Dinge wie diese sind es. „
„Macht dich noch etwas anderes an?“
„Äh…, schwarzer Strumpf und Strapse, hohe Absätze, hohe Stiefel…“
„Sei nicht dumm, ich meine, macht dich irgendetwas anderes an mir an, und außerdem würden die meisten dieser Sachen mit einem fehlenden Bein dämlich aussehen. „
„Da liegst du völlig falsch. Wenn du so etwas anziehen würdest, würde ich dich möglicherweise vergewaltigen!“ sagte er und grapschte verspielt nach ihr.
Susanna kicherte und stieß mit dem stumpfen Überrest ihres linken Beins nach ihm, um sich zu verteidigen.

Martin gefror, als er die Weichheit des Stumpfs spürte, der gegen seinen Oberschenkel presste. Und für einen Moment fragte sie sich warum, aber dann flüsterte er sanft in ihr Ohr: „Das macht mich außerdem an. „
„Du meinst mein Stumpf?“ Das Wort kam ihr leichter über die Lippen, während sie sich daran gewöhnte, über ihre Gehbehinderung zu sprechen.
„Mmmm… er ist so weich und warm, wenn ich ihn an mir spüre. „
„Er ekelt mich an!“ sagte sie.

„Warum sollte er das? Oh, ich weiß, es ist das, was von deinem Bein übrig ist, aber dennoch verstehst du es vielleicht nicht. Für mich ist er so schön, dass ich nicht denke, dass du ein Bein verloren, sondern dass du einen Stumpf erhalten hast!“
In diesem Licht hatte sie ihre Amputation noch nie gesehen. Und plötzlich erkannte sie, was es möglicherweise für ihn so attraktiv machte. „Erinnert es dich an meine Brüste?“
„Ich glaube schon, irgendwie“, erwiderte er schmunzelnd.

„Wenn du mal daran denkst, dass die meist erwähnten Teile des weiblichen Körpers die Beine, die Titten und der Hintern sind…“
„Ja, das stimmt“, räumte sie ein.
„…so könnte man deinen Stumpf vielleicht als eine Art Kombination betrachten. Ein Bein, das aussieht und sich anfühlt wie eine Brust und in der Nähe deiner Muschi ist… macht das Sinn?“
„Irgendwie schon. Von welcher Sorte bist du? Bein-Fan, Titten-Fan oder Po-Fan?“
„Ich denke, ich bin ein Bein-Fan mit einer großen Vorliebe für Brüste und Hintern.


„Ein Einbein-Titten-Hintern-Fan, sozusagen?“ fragte sie betont unschuldig.
„Die perfekte Beschreibung!“
„Du magst Wörter, nicht wahr?“
„Ja, tue ich. Warum fragst du?“
„Wörter wie ‚gehbehindert‘ und ‚Krücken‘ und ‚Stumpf‘?“
„Diese Wörter besonders. Warum fragst du?“
„Weil eine einbeinige Frau, die Krücken benutzt, sie die meiste Zeit zu vermeiden versucht, damit sie die anderen Leute nicht abschreckt. „
„Ah, ja! Aber wenn diese schöne Frau einen Geliebten hat, der gerne ihr einzelnes langes schlankes Bein zwischen einem Paar steifer schwarzer Krücken sieht, dann ist das etwas anderes, oder?“ erwiderte er.

„Meine Krücken sind aber nicht schwarz. „
„Ich weiß, und um ehrlich zu sein, sie sind viel zu schwer. Möchtest du gerne wirklich elegante haben?“
„Ich glaube, Krücken können elegant sein, aber ich habe sie nie als mehr betrachtet, als Dinge, die eine gehbehinderte junge Frau einfach benötigt.
„Nun, meine Liebste, da du selber so köstlich einbeinig bist und ebenfalls Krücken benötigst möchte ich, dass du hübsche besitzt. „
„Welche Art von Krücken gefällt dir am besten, was denkst du?“
„Das hängt davon ab, was du trägst.

Manchmal sehen AchselKrücken großartig aus, besonders zu einem Abendkleid, und manchmal sind UnterarmKrücken hübscher. Auch die Farbe ist wichtig. Es erzeugt unterschiedliche Effekte, was davon abhängt, ob sie farblich passen oder kontrastieren. Genau gesagt könntest du es wie bei einem Schuh sehen, nur anders. „
„Wie ein Accessoire meinst du?“
„Das ist es! Ein sehr spezielles Accessoire, das nur jemand hat, der die ganze Zeit Krücken benutzt. Jemand wie eine schöne junge Frau mit nur einem lieblichen Bein zum Beispiel.


„Du möchtest also wirklich mit einem hochhackigen Schuh an meinem Fuß und einem Strumpf und Strapsen an meinem einzelnen Bein sehen, während ich mich auf einem meiner viele Paare von Krücken herum bewege,“ sagte sie, den Geist des Spieles erfassend.
„Strapse und Strümpfe? Oh, prächtig! Und wenn ich deinen lieblichen Oberschenkel durch den Schlitz deines Rockes sehe, der so leer an einer Seite herunterhängt, wenn du dich setzt, die Krücken neben dich stellst, dann sei nicht überrascht, wenn ich schrecklich geil werde!“ sagte er lyrisch werdend.

„Du meinst das wirklich? Ich habe immer solche Klamotten getragen, doch ich hörte damit auf, als man mir mein Bein abnahm, denn ich dachte, es sehe lächerlich aus. Aber wenn du wirklich willst, fange ich wieder damit an. „
„Ich werde aber wirklich schrecklich geil sein!“ warnte er.
Susanna lachte glücklich: „Oh, Klasse!“ und küsste ihn. Ihn loslassend fuhr sie fort: „Wenn einbeinig sein bedeutet, dass du eine Menge Zeit damit verbringend wirst, mich zu lieben, dann denke ich, dass es mir sogar gefallen könnte! Aber wenn ich mich so anziehe, wie du vorschlägst, werden mich die Leute anstarren, das weißt du.


„Würde es dich stören, wenn sie das tun? Immerhin, wenn du dich raffiniert angezogen hast, beachteten die Leute dich dann nicht? Früher, meine ich. „
„Ja, natürlich. Aber es gefiel mir, irgendwie. „
„Und wie die meisten Männer genieße ich, es mit einer Frau zusammen zu sein, die beachtet wird. Du wirst nur ein wenig mehr Blicke auf dich ziehen, das ist alles. „
„Ja, aber nur, weil ich ein Bein habe. Bist du sicher, dass es dich nicht stören wird?“
„Sei nicht dumm!“ gab er sanft zurück.

„Ich werde es genießen. Aber was ist mit dir… stört es dich, nur ein Bein zu haben?“
„Nein, jetzt nicht mehr…ich fange jetzt an mich daran zu gewöhnen. Wie ich schon sagte, es scheint keinen Anlass zu geben, sich zu beschweren oder deshalb verlegen zu sein, und so weiter. „
„Und würde es dich in Verlegenheit bringen, es ein wenig herauszuputzen, oder auch sehr viel, und die Leute schauen zu sehen?“
„Ich denke nicht…es wäre vielleicht sogar lustig.

Es hat mir immer gefallen, vor der Amputation, und ich denke nicht, dass ich mich in meinem Inneren geändert habe. Ich spürte einfach, dass ich es nicht tun sollte. Und es wird einen Unterschied machen, wenn ich weiß, dass du auch die Aufmerksamkeit magst. “ Sie machte eine Pause, dachte nach und fuhr dann fort: „Es ist lustig, weißt du? Wenn ich mit dir zusammen bin, macht es mir nichts aus über meine Gehbehinderung zu sprechen.

In gewisser Weise bereitet es mir sogar Freude, mit dem Wissen, dass es dich anmacht. „
„Vielleicht deshalb, weil du nicht der Lage warst darüber zu sprechen ohne zu denken, dass sich die anderen Leute dabei möglicherweise unwohl fühlten. Bei mir weißt du, dass es nicht so ist. Aber ich bin froh, dass du akzeptieren kannst, dass, obwohl ich dich sowieso liebe, ich dich noch attraktiver finde, weil du eine Amputierte bist, und nicht trotzdem.


„Ich gestehe… dass ich es nicht wirklich verstehe, aber ich bin froh, dass du es tust, denn ich hasse es gegen den Verdacht ankämpfen zu müssen, dass mich jemand bemitleidet. Immerhin stehst du zu deinen Gefühlen statt sie zu verbergen. „
Sie unterhielten sich bis spät in die Nacht, und als Susanna am nächsten Morgen aufwachte, nachdem Martin gegangen war, geschah das mit Freude. Sie erkannte, dass sie statt des Gefühl des Verlustes, an das sie sich so gewöhnt hatte, sie das perfekte Weihnachtsgeschenk erhalten hatte: das Verstehen, dass sie in Martins Augen mit ihrem einzelnen Bein und ihren Krücken schöner war, als es andere Frauen mit ihren zwei Beinen waren.

Sie warf die Bettdecke zurück und sah sich von neuem an und erkannte, dass Martin recht hatte; die weitgehende Abwesenheit eines Beines ließ das andere wie eine blühende Schönheit erscheinen. Wie er sagte: sie hatte keineswegs ein Bein verloren, sondern einen Stumpf bekommen.
Sie schaute zu ihren Krücken, die zusammen am Kopfende des Bettes standen, die stummen Symbole ihrer Gehbehinderung, und ergriff sie. Nun, wo sie wusste, wie Martin diese betrachtete, genoss sie fast deren vertrauenerweckende Gegenwart unter ihren Armen.

Ihr Herz füllte sich mit dem Verlangen, ihn wiederzusehen, aber sie ließ sich Zeit beim Anziehen. Dabei wählte sie jene Dinge, von denen sie hoffte, dass sie die Einzigartigkeit ihres Beines besonders bemerkenswert und attraktiv machten. Nun wünschte sie sich, dass sie zumindest einen hochhackigen Schuh mitgebracht hätte, aber sie beruhigte sich mit dem Gedanken, dass die Naht ihres Strumpfes ihn sicherlich ebenso erregen wird.
Es wird lustig werden, wenn sie wieder all ihre alten Sachen trägt.

Jene, von denen sie gedacht hatte, dass sie zu provokativ für eine einbeinige Frau sind, dachte sie. Sie wird es wirklich genießen, wieder alle Stile auszuprobieren, zu versuchen, Wege zu finden, um ihr einzelnes Bein zu betonen und herzuzeigen, seine Einmaligkeit zu unterstreichen und ganz allgemein sich für Martin attraktiv zu machen.
Sie träumte von seinen Reaktionen, stellte sich vor, wie sie sich ihm ihn aufreizenden Kleidern mit tiefen Ausschnitten oder Röcken mit hohen Schlitzen zeigte, so dass er ihr einsames, aber dennoch, wie er ihr versicherte, sehr schönes Bein bewundern konnte… welches sie immer mit den besten Strümpfen, die sie finden konnte, schmücken wird.

Sie wird es zu einem speziellen Genuss für ihn machen. An einem Tag ein hauchdünnes, langes Abendkleid, am anderen ein sexy Schwarzes mit Spitze, vielleicht mit einem Strumpfhalter. Wie auch immer. Sie erhob sich… sie konnte ihm einen kleinen Genuss in Form des Nahtstrumpfes schenken, den sie gekauft hatte. Aber nun machte sie sich besser fertig!
Von nun an, versprach sie, während sie sich selbst im Spiegel betrachtete, wird sie es genießen, das zu sein, was sie war.

Nicht länger wird sie sich als eine Krüppelfrau sehen, sondern so, wie Martin sagte, dass er sie sah… als eine hoch-gewachsene, schöne Frau, die einfach nur ein langes, schlankes Bein hatte, das zwischen einem Paar Krücken vor und zurück schwang. Es war eine viel elegantere Weise der Selbstbeschreibung, fühlte sie. Sie nahm ihre treuen Krücken und glitt davon, um ihren Geliebten zu treffen, der ihr das Beste aller Weihnachts-geschenke gegeben hatte… das Wissen, dass sie für ihn schöner war als jede andere Frau, und das, weil sie nur ein Bein hatte…
Und dies machte sie glücklich.

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